Frank Riedel und Steffen Krause im Interview

Verein zeigt sein großes alkoholfreies Getränkeangebot.
Großes alkoholfreies Getränkeangebot beim SC Bielefeld 04/26; Foto © Johnny Dähne

Im Verein neue Wege einzuschlagen bedarf oftmals Mut und konsequentes Handeln. Geschäftsführer Frank Riedel (nicht im Bild) und Jugendleiter Steffen Krause (links im Bild) berichten, wie „Alkoholfrei Sport genießen“ im Vereinsalltag des SC Bielefeld 04/26 aussieht - eine große Auswahl beim alkoholfreien Getränkeangebot gehört auch dazu.

„Kaffee statt Bier“

Herr Riedel, Herr Krause, Sie haben als erster Verein in Bielefeld ein Alkoholverbot bei Jugendveranstaltungen ausgesprochen. Wie ist es Ihnen gelungen, das Verbot durchzusetzen? Und welche Reaktionen gab es darauf?

Es gab Aushänge und eine gewisse Kontrolle des Caterings im Vereinsheim. Da mussten wir schon das eine oder andere Mal erinnern, dass die Regel gilt. Ansonsten wurde unsere Entscheidung begrüßt. Es gab eine breite Zustimmung. Unsere Mitglieder haben die Entscheidung von Anfang an mitgetragen.

Wie wird das Alkoholverbot konkret umgesetzt?

Die Umsetzung erfolgt durch eine einfache Regel: In der Woche von Montag bis Samstag ist auf unserer Sportanlage während der Trainingszeiten und des Spielbetriebs der Jugendmannschaften der Ausschank, Verkauf und Konsum von alkoholhaltigen Getränken verboten. Es darf auch kein Alkohol mitgebracht werden. Die Regel ist allgemein gültig. Sie gilt für Mitglieder, aktive Spieler, Gäste und Eltern.

Im Jahr 2017 wurde Ihr Engagement zur Suchtvorbeugung mit dem Präventionspreis der Stadt Bielefeld anerkannt. Wie wichtig ist Ihnen diese Wertschätzung?

Wir waren schon verblüfft, dass es für unsere Entscheidung im Sinne des Kinder- und Jugendschutzes und der Suchtprävention sogar eine Ehrung, eine kleine Zuwendung für den Verein gab! Der Oberbürgermeister und die Polizeipräsidentin haben mit ihren Worten deutlich gemacht, wie mutig und vorbildlich diese Entscheidung des SCB 04/26 sei. Es hat uns am Ende in unserer Haltung bestärkt.

„Alkoholfrei Sport genießen“ haben Sie zu Ihrem Vereinsmotto gemacht. Was bedeutet das? Wie wirkt sich das aus?

Das Transparent mit dem Motto „Alkoholfrei den Sport genießen“ findet sich exponiert am Eingang unserer Sportanlage. Jedem, der unseren Sportplatz besucht, sticht das sofort ins Auge. Zudem hängen Plakate aus, dass der Verzehr von Alkohol während der Trainingszeiten unserer Junioren und Juniorinnen sowie während der Fußballspiele und Spielrunden verboten ist. Getränke gibt’s dennoch in großer Auswahl! Aber eben alles alkoholfrei: Wasser, Softdrinks, diverse Kaffeevarianten usw. Alles zu familienfreundlichen Preisen!

Welche Verantwortung haben Trainerinnen und Trainer, neben dem Sport, für Kinder und Jugendliche?

Trainer und Trainerinnen sind Vorbilder. Das gilt für die U5-Kicker ebenso wie für die U19. Daher ist es wichtig, dass Trainer und Trainerinnen unsere Entscheidung mittragen und gegenüber den Jugendlichen aber auch gegenüber den Eltern kommunizieren, dass Alkohol auf unserem Sportplatz tabu ist. Es geht nicht darum, „Moralapostel“ zu spielen. Sondern einfach um die Bedeutung des Verbotes für den Kinder- und Jugendschutz und dieses als Maßnahme der Suchtprävention zu erklären.

Herr Riedel, Herr Krause, vielen Dank für das Interview und Ihr besonderes Engagement im Verein!